Allerlei

Wann en Hond schwätzen kéint…

Moien, mäin Numm ass Chitta, ech hunn 15 1/2 Joer an ech sinn en Brandlbracken-Mix Meedchen. Ech liewen elo schonn bal 14 1/2 Joer bei menger Famill an denken et wier emol Zäit dat ech och emol zu Wuert kéim an menger Meeschtesch hirem Blog.

Hallo, ich bin´s Chitta, ich bin eine 15 1/2 jährige Brandlbracken-Mix Dame. Nein, keine Angst, hier entsteht jetzt nicht „Hund mit Blog“, aber da ich bereits seit fast 14 1/2 Jahren bei meiner Familie lebe und mein Frauchen zur Bloggerin geworden ist, wollte ich die Gelegenheit nutzen um mal ein wenig über mich selbst zu erzählen, schliesslich bin ich der Star der Familie!

Aber erst einmal von Anfang an. Da ich bereits über 1 Jahr alt war, als ich zu meiner Familie kam, hatte ich, wie vielleicht mancher Hundebesitzer unter euch weiß, meine wichtigsten Entwicklungsphasen hinter mir und die waren ziemlich turbulent für mich gewesen.

Meine Mama war eine wunderbare sanftmütige Brandlbracke, mein Papa, naja, so ganz viel weiß ich eigentlich nicht über ihn, nur dass er ein großer stattlicher Kerl gewesen ist. Damit ist ja wohl klar was ich von ihm geerbt habe, nämlich die Größe, sonst nix. Denn mein gutes Aussehen habe ich definitiv von meiner Mama. Da ich Dank der guten Wachstumsgene meines Vaters, meiner Mutter aber bald über den Kopf gewachsen war, entschloss die Familie, in der ich geboren wurde, mich abzugeben. Ich war unendlich traurig darüber von meiner Mama getrennt zu sein. Ich kam zu einer neuen Familie, die bereits mehrere Hunde hatte, ich dachte ich würde es schon schaffen neue Freunde zu bekommen, aber leider konnten wir uns nicht miteinander anfreunden, dazu kam noch dass ich Tag und Nacht nach meiner Mama weinte. Die neue Familie konnte das nicht länger mit ansehen und somit suchten sie jemand anderen wo ich vielleicht besser hinpassen würde. Da ich zur Gruppe der Jagdhunde gehöre, brachten sie mich zu einem Jäger. Aber der konnte mein Geheule auch nicht ertragen zudem war ich für ihn als Jagdhund nicht geeignet, da ich nicht Laut gab. Wobei, durch den Wald laufen und Wild aufspüren fand ich richtig Klasse, aber diesen Spass wollte ich mir doch auf keinen Fall, durch das Abknallen von meinen davon rennenden Spielkameraden, zerstören lassen. Somit kam ich zurück zu Familie Nummer 2. Die gleich wieder jemand suchten der mich nehmen würde.

Durch Zufall kannte jemand aus der Gegend eine junge Familie, die bereits einen Jagdhund hatte und somit vielleicht auch noch mutig genug wären mich aufzunehmen, ansonsten müsste ich leider ins Tierheim. Als dann ein  junger Mann kam um mich kennen zu lernen, sagte er, er würde es gerne versuchen mit mir aber zuerst müsse er mit seiner Frau reden. Ich ahnte nichts Gutes, schliesslich hatten sie ein kleines Kind das gerade erst laufen lernte und einen 4 Jährigen Jagdhund den sie gerettet hatten und mit viel Geduld zu ihrem Familienhund gemacht hatten. Der junge Mann aber war ganz zuversichtlich, er kannte seine Frau nur zu gut und wusste wie er vorzugehen hatte. Er nahm mich mit in den Garten der Familie, dann rief er seiner Frau, die noch im Haus war und nichts ahnte, an und bat sie doch bitte mal vor die Tür zu kommen und den Familienhund im Haus zu lassen. Die junge Frau war natürlich ganz neugierig und wollte wissen was ihr Mann denn wieder vor hatte! Als sie in den Garten hinaus trat und ihren Mann mit mir, einer gut aussehenden aber etwas schüchternen Hündin, dort stehen sah, fragte sie wessen niedlicher Hund er den wieder mitgebracht hätte?! Darauf antwortete der junge Mann:“ Na, wenn du willst gehört er zu uns, ansonsten kommt er Morgen ins Tierheim“. Als sie dann noch von meiner bisherigen Geschichte erfuhr, meinte sie, sie würden es versuchen mit mir.

Allerdings gab es noch ein Problem, ich musste mich beim ersten Kontakt mit dem Familienhund von meiner allerbesten Seite zeigen. Schliesslich war die 4Jährige Deutschkurzhaar-Mix Hündin, die ein ähnliches Schicksal hatte wie ich (dazu später vielleicht einmal mehr), hier der Boss. Ich ahnte, dass dies meine vielleicht letzte Chance sein würde, und somit überließ ich, nach einer kurzen Rauferei, der anderen die Krone, ähm den Posten des Ranghöchsten natürlich! Sie wurde im Laufe der Jahre zu einer sicheren Stütze und auch oft strengen Adoptivmutter für mich. Dass auch ich sehr kinderlieb bin, merkte die Familie als das kleine Mädchen mich auch kennenlernen durfte. Ich legte mich ganz ruhig vor sie, als sie mich zusammen mit ihrer Mama ganz sanft streichelte. Jetzt wusste ich, ich bin angekommen und habe endlich eine richtige Familie.

Tja, Leute das ist jetzt schon fast 15 Jahre her, und ich kann euch sagen, meine neue Familie hatte es wirklich nicht immer leicht gehabt mit mir als ich als pubertierende Junghündin zu ihnen kam, zu einer Familie die mit ihrem ersten Hund schon so manchen Sturm durchgestanden hatte dazu kam noch ein weiters Baby, womit das Familienleben von Frauchen, Herrchen den beiden Kiddies und uns energiegeladenen Jagdhunden oft ziemlich turbulent und chaotisch wurde. Aber wir alle sind in all den Jahren zu einem starken Team geworden, haben aus Fehlern gelernt, haben Glück und Leid miteinander geteilt, haben gelernt Geduld zu haben, einander zu vertrauen und auch loszulassen auch wenn es einem schwer fällt.

Im Herbst 2013 ist meine liebe Hundeadoptivmama leider verstorben, was der ganzen Familie besonders aber den Kindern schwer zu schaffen machte, da war ich für sie da und trocknete damit so manche Träne. Denn eins kann ich sagen sie haben mich nie im Stich gelassen auch jetzt nicht wo ich das Alter auch sehr spüre, ich nicht mehr den Bällen hinterher jagen will und mit ihnen über Stock und Stein springen kann. Ich geniesse es einfach nur auf der Couch zu liegen und mich von ihnen streicheln zu lassen. Sie sind meine Familie und ich bin mir sicher, dass sie mich genau so lieben wie ich sie. Für immer!

                                                                                          Chitta

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